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SHK-Erfolg

Anlagenmechaniker SHK · Ausbildungsnachweis

SHK Berichtsheft richtig führen: Aufbau, Beispieltexte und Pflichten

Das Berichtsheft ist keine Schikane, sondern deine Eintrittskarte zur Gesellenprüfung. Hier steht, was in jeden Eintrag gehört, wie du eine Woche in fünf Minuten formulierst — mit fertigen Beispielsätzen aus Sanitär, Heizung, Klima und Kältetechnik.

Warum das Berichtsheft über deine Prüfungszulassung entscheidet

  • Das Berichtsheft (offiziell: schriftlicher Ausbildungsnachweis) ist nach dem Berufsbildungsgesetz Pflicht und Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung.
  • Du führst es während der Ausbildungszeit — dein Betrieb muss dir dafür Zeit geben.
  • Ausbilder und in der Regel auch die Berufsschule bestätigen es regelmäßig durch Unterschrift.
  • Fehlende oder nicht abgezeichnete Nachweise können die Zulassung zur Prüfung verzögern.

Hinweis: Form, Intervall und Abzeichnung legt deine Handwerkskammer beziehungsweise dein Ausbildungsvertrag fest. Das hier ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

Aufbau einer Berichtsheft-Woche

Betriebliche Tätigkeiten

Was du gemacht hast, an welcher Anlage, mit welchem Werkzeug und Werkstoff. Nicht 'Baustelle geholfen', sondern: 'Kaltwasserleitung DN 20 in Kupfer gepresst, 6 Verbindungen, Dichtheitsprüfung mit 15 bar durchgeführt.'

Unterweisungen

Sicherheitsunterweisungen, Einweisungen in Maschinen, Hinweise zu Gefahrstoffen — mit Thema und Datum.

Berufsschulinhalte

Lernfeld und Thema der Woche, kurz zusammengefasst. Das hilft später beim Wiederholen für die Prüfung.

Stundenumfang

Grober Zeitanteil je Tätigkeit, damit erkennbar ist, wo dein Schwerpunkt lag.

Vorlage: so gliederst du jede Woche

  1. 1. Kalenderwoche, Datum, Ausbildungsjahr
  2. 2. Betriebliche Tätigkeiten mit Anlage, Werkstoff, Nennweite, Verfahren
  3. 3. Durchgeführte Prüfungen und Messwerte
  4. 4. Unterweisungen und Arbeitssicherheit
  5. 5. Berufsschule: Lernfeld und Thema
  6. 6. Unterschriften Auszubildender und Ausbilder

Beispieleinträge, die Prüfer gern lesen

Formuliere daraus deine eigenen Einträge — schreibe nur auf, was du wirklich gemacht hast.

Sanitär

Badsanierung Einfamilienhaus: Vorwandinstallation gesetzt und ausgerichtet, Kalt- und Warmwasserleitung in Mehrschichtverbundrohr 16x2 verpresst, Abwasser DN 100 mit 2 % Gefälle verlegt, Dichtheitsprüfung nach Anweisung des Gesellen durchgeführt und protokolliert.

Heizung

Kesseltausch: Altgerät demontiert und entsorgt, Gas-Brennwertgerät montiert, Heizungsanschlüsse hergestellt, Ausdehnungsgefäß auf Anlagendruck geprüft, Inbetriebnahme durch den Kundendienst begleitet und Messwerte notiert.

Klima / Lüftung

Wohnraumlüftung: Kanäle abgelängt und verlegt, Zu- und Abluftventile montiert, Volumenströme nach Vorgabe eingeregelt, Filterwechsel-Intervall dem Kunden erklärt.

Kältetechnik

Wartung Kühlstelle: Sichtprüfung Verflüssiger, Reinigung Lamellen, Überhitzung und Unterkühlung gemessen und mit Sollwerten verglichen, Ergebnisse im Wartungsprotokoll eingetragen.

Die fünf häufigsten Fehler

Zu allgemein

'Auf der Baustelle geholfen' sagt nichts. Nenne Anlage, Werkstoff und Verfahren.

Monate nachtragen

Nach vier Wochen weißt du die Details nicht mehr. Ein fester Wochentermin löst das Problem.

Keine Unterschriften

Nicht abgezeichnete Wochen zählen im Zweifel nicht. Lass zeitnah unterschreiben.

Berufsschule vergessen

Die Lernfelder gehören dazu — und sind gleichzeitig deine Wiederholung für die Prüfung.

Abgeschrieben

Identische Einträge mehrerer Auszubildender fallen auf und können die Zulassung gefährden.

Keine Messwerte

Prüfdruck, Temperatur, Volumenstrom: Zahlen zeigen, dass du die Anlage verstanden hast.

Häufige Fragen zum SHK-Berichtsheft

Ist das Berichtsheft in der SHK-Ausbildung Pflicht?
Ja. Der schriftliche Ausbildungsnachweis ist nach dem Berufsbildungsgesetz vorgeschrieben und Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung. Ohne geführtes und abgezeichnetes Berichtsheft kann die Zulassung verweigert werden.
Wie oft muss ich das Berichtsheft schreiben?
Üblich sind wöchentliche Einträge, in manchen Kammerbezirken tägliche. Was für dich gilt, steht in deinem Ausbildungsvertrag beziehungsweise in den Vorgaben deiner Handwerkskammer.
Was schreibe ich rein, wenn ich nur zugesehen habe?
Beschreibe die Tätigkeit fachlich und deine Rolle ehrlich: 'Montage einer Gasleitung beobachtet, Ablauf der Dichtheitsprüfung mit 150 mbar Prüfdruck erklärt bekommen.' Fachbegriffe und Zahlen machen den Eintrag wertvoll.
Wie lang muss ein Eintrag sein?
Drei bis fünf präzise Sätze pro Tätigkeit reichen. Wichtig sind Anlage, Werkstoff, Nennweite, Verfahren und Prüfschritt — nicht die Textlänge.
Darf ich das Berichtsheft digital führen?
Viele Kammern erlauben das inzwischen, teils über eigene Portale. Kläre die zulässige Form mit deinem Ausbilder und deiner Handwerkskammer, bevor du umstellst.
Was, wenn ich Wochen nachtragen muss?
Trage sie zügig und wahrheitsgemäß nach und lass sie abzeichnen. Nutze Auftragszettel, Fotos und Stundennachweise als Gedächtnisstütze — und stelle dann auf einen festen Wochentermin um.

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